Wie können wir uns Bio leisten. Teil 2.

Vor ein paar Wochen habe ich euch schon erzählt, wie wir uns unseren Lebensstandard leisten können. Meine Schwester hat mich heute darauf gebracht noch ein bisschen mehr darüber zu erzählen, weil selbst ihr nicht klar ist, wie es sein kann, das wir in ihren Augen nur „Markenprodukte“ und im Biomarkt einkaufen.

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Ich weiß gar nicht wo ich beginnen soll.

Alltagssachen wie Lebensmittel oder Hygieneartikel/Wegwerfartikel habe ich damals euch schon erzählt.

Es gibt sicherlich in unserem Haushalt Gegenstände die Kostenintensiver in der Anschaffung waren. Der Thermomix beispielsweise. Generell überlegen wir lange ob wir uns so eine große Investition leisten können und vor allem ob es wirklich sein muss (Stichwort Konsumverzicht). Wenn die Entscheidung gefallen ist, dann sparen wir einige Zeit dafür oder wie es in o. g. Fall war, lassen uns beispielsweise zu Weihnachten/Geburtstage Gutscheine bzw. Geld schenken (WENN die Verwandten fragen was wir uns wünschen und uns beschenken möchten).

Kleidung gibt es sehr selten und wenn dann meistens gebraucht über Onlineplattformen oder (in meinem Fall) abgetragenes von meiner Mama oder meiner Schwester. Sicher gibt es auch mal etwas ganz Neues. Da aber tatsächlich mittlerweile fast ausschließlich in Ökoqualität, zu fairen Bedingungen hergestellt und ohne Schadstoffbelastung. Ich trage meine Kleidung so lange, bis sie beinahe zerfällt ;) Mag sicherlich nicht jeder, aber für mich ist das Ok so.

Wenn größere Ausgaben für das Herbstmädchen anstehen, (Schurwollkleidung und Holzspielzeug ist nicht billig) dann sparen wir oder warten auf Ereignisse wie Geburtstag oder Taufe etc. So konnten wir in diesem Jahr ein Piklerdreieck und einen Puppenwagen kaufen. Normalerweise halte ich nicht viel davon, viel Geld für Spielsachen etc. auszugeben. Und zum Glück müssen wir das auch nicht. Die meisten Spielsachen sind entweder geschenkt, vom Flohmarkt (online und real) oder noch aus unserer eigenen Kindheit.

Wir haben zwei Autos, ja. Die brauchen wir hier am Land – v.a. mit Kind und Arbeit – definitiv. Der Liebste arbeitet 35 Kilometer entfernt. Sicher könnte man vieles mit dem Rad fahren (im Sommer machen wir das auch wieder) aber mit Kind/Einkauf, Hügeln, Hauptstraßen ist das Auto unerlässlich. Wir haben zwei sehr sparsame Autos die wir schon EWIG fahren. Schön sind sie nicht, auf dem neuesten Stand auch nicht. Aber sie fahren und verbrauchen beide zwischen 5-6 Liter. Ein guter Kompromiss für uns.

Wir haben ein Haus, unsere Holzhütte, den Kredit dazu müssen wir natürlich wie jeder andere abbezahlen. Wir hatten Glück und haben Unterstützung unserer Eltern (beispielsweise beim Baugrundstück) erhalten. Ohne diese Hilfe hätte das Projekt nicht geklappt. Wir haben uns bewusst für ein energieeffizientes Holzhaus und eine Hackschnitzelheizung entschieden, um auch hier sparsam und nachhaltig leben zu können.

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Sicherlich ist unser Lebensstandard für viele purer Luxus, ein Eigenheim, zwei Autos, Biolebensmittel…  Aber wir arbeiten und leben sparsam. Außerdem ist dieser „Standard“ nach und nach gewachsen. Wir haben auf einer Seite mehr investiert und dafür auf anderer Seite vieles eingespart.

Ich bin dankbar und glücklich, dass wir so leben dürfen!

Wenn ihr noch Fragen habt (die manchmal auch per Mail kommen, gerne. Ich habe sicherlich wieder einmal einige Punkte vergessen) dann sammle ich die dieses Mal und schreibe einen weiteren Blogeintrag dazu. Denn es ist ein so großer, interessanter Themenbereich. 

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Nachhaltig in der Küche

Gerade in der Küche kann man viel erreichen, wenn man beispielsweise plastikfrei oder reduziert einkauft, keine Wegwerfartikel wie Backpapier oder Frischhaltefolie verwendet. In der Küche sieht es so aus bei uns. 

Schon seit einiger Zeit war mir mein Muffinblech und auch meine Backformen von I*kea unsympathisch. Von beiden ging ein mir unangenehmer Geruch aus und beim recherchieren hat sich meine Befürchtung bestätigt. Die Beschichtung (auch beispielsweise Teflonpfannen etc) ist nicht gerade gesund. Was tun? Ich habe auf dem Flohmarkt Ausschau nach Keramikformen für Kuchen und Brot gehalten. Bin direkt für 2,50€ fündig geworden und damit sehr glücklich. Diese werden einfach eingefettet und es funktioniert prima.

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Lange habe ich überlegt wie ich allerdings mein Muffinblech ersetzen könnte. Schon Mitte des Jahres habe ich den Tipp bekommen, doch einfach kleine Keramikförmchen zu nehmen. Aber wie das so ist, alles setzt man nun doch nicht gleich in die Tat um. Aus Zeit, – Finanz… oder anderen Gründen. Zu Weihnachten hat sich nun mein Muffinproblem gelöst. Meine Schwiegermama ist anscheinend eine sehr aufmerksame Zuhörerin. Ich bin begeistert.

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Wie kann ICH noch nachhaltiger leben?

Diese Frage stelle ich mir täglich. (… schon längere Zeit…)  Ich überlege hin und her welche Wegwerfartikel (die kaum noch vorhanden sind hier) durch Alternativen ersetzen?
Was ich kann ich NOCH selber machen?
Wir haben mittlerweile sehr wenig Restmüll, das macht mich ein wenig stolz. In vielen Punkten haben wir es bereits geschafft. Immer wieder berichte ich davon und erhalte auch ganz oft Emails von (meistens) Frauen die ich zum nachdenken anregen konnte. Ein kleiner Teil dessen was wir schon „geschafft“ haben:

Im Bad... Olivenöl und Kokosöl als Gesichts und Körperpflege. Zum abschminken und einölen.

Außerdem eine Menstruationstasse und Stoffbinden statt die herkömmlichen Dinge wie Tampons oder Slipeinlagen.

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Außerdem Taschentücher aus Stoff statt herkömmliche.

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Stoffwindeln und selbstgemachte Feuchttücher statt Wegwerfwindeln und herkömmlichen Feuchttüchern.

Wiederverwendbare Lappen statt Einmaltüchern zum Putzen. Essig statt Kalkreiniger aus der Sprühflasche.

Konsumverzicht. Gebraucht kaufen statt neu. Teilen und leihen. Fair einkaufen.

Lebensmittel organisiert einkaufen und richtig lagern. 

Sicherlich kann man nicht alles auf einmal ersetzen oder umstellen, das wiederhole ich hier an dieser Stelle noch einmal. Ob man die alten Plastikschüsseln ersetzten oder sich Stofftaschentücher zulegen möchte. Eins nach dem andern. Wir – hier in der Holzhütte – haben auf unserem gemeinsamen Weg seit fünf Jahren Schritt für Schritt dazugelernt, umgestellt und sind nun an einem Punkt an dem ich sagen kann, wir leben schon sehr nachhaltig. Sicher geht immer noch mehr und noch besser. Aber es muss auch zu der Familie und deren Situation passen. Schließlich müssen sich alle Familienmitglieder wohl fühlen.

Wer noch Tipps braucht – beispielsweise zum plastikfreien Leben – der wird auch auf Facebook fündig, dort gibt es ja bekanntlich Gruppen zu nahezu jedem Thema. Ans Herz legen kann ich euch „Plastikfrei Leben – Tipps und Tricks“ . 

Auch gerne nenne ich hier (wiederholt) noch Foodsharing und Why Own it

Außerdem – weil gerade aktuell in der Mediathek – We feed the World. 

Wie nachhaltig ihr lebt, das dürft ihr mit euch und euren Familienmitgliedern ausmachen. Ich finde es wichtig, sich bewusst zu machen, dass wir hier nur Gast auf der Erde sind und auch unsere Kinder und deren Kinder noch unberührte Natur vorfinden möchten.

Weltfremd?!

Wird man weltfremd wenn man so lebt wie wir es tun? Ich habe das Gefühl ja… Oder vielleicht sogar ein Stück intolerant? Ich weiß es nicht, aber ich weiß ich muss mich selber schützen und abkapseln. Es gibt ganz viele Bereiche die mich so nachdenklich machen.Wenn ich mich mit ferneren Bekannten oder Fremden unterhalte, denke ich oft ich komme aus einer anderen Welt. Dinge die die Mehrheit als völlig normal empfindet, kann ich nicht nachvollziehen und denke immer wieder – wird nicht hinterfragt oder ist es den meisten schlicht egal – ?

Sicherlich ich mag niemanden kritisieren und angreifen – schließlich darf das jeder für sich entscheiden wie er lebt. Das möchte ich ganz klar sagen. Dennoch kann ich mich einfach mit der Mehrheit der Menschen um mich rum nicht (mehr) identifizieren.

Ich bin froh einige Gleichgesinnte gefunden zu haben. Menschen die ebenso denken wie wir es tun, ihren Einjährigen Kindern kein Nutella und kein Fernsehprogramm anzubieten. Bewusst und nachhaltig zu leben. Die Natur und Umwelt schätzen und zu schützen.

So bleibe ich also in unserer eigenen kleinen Welt, schütze mich selber vor zuviel negativen Input und genieße es im Hier und Jetzt zu sein. Mit meinen Lieben und den Leuten um mich herum die verstehen und respektieren wie wir leben.

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Liebslingsdokumentationen

Manchmal gucke ich liebend gerne – im Bett liegend – Dokumentationen auf dem Ipad. Ich liege neben dem Herbstmädchen, das Licht ist aus und ich lasse mich treiben.

Gerade besonders das Thema Garten/Selbstversorgung/Natur/Umwelt.

Filmtipps lasse ich ja immer wieder einmal hier. Oder hier. Oder hier. Oder hier.

Aktuell möchte ich euch die letzten Dokumentationen die ich sehr interessant fand ans Herz legen:

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