Wie können wir uns Bio leisten?

Kürzlich habe ich mich mit meiner besten Freundin darüber unterhalten wie wir uns „unser Bioleben“ leisten können. Puh, ich bin seitdem etwas in mich gegangen und möchte euch gerne erzählen wie wir das handhaben und warum es uns mittlerweile möglich ist, beispielsweise 100% Bio-Lebensmittel zu kaufen, bei Kleidung und Hygieneprodukten ebenso auf nachhaltige und gesunde Alternativen zu setzen.

Der erste Gedanke ist ja „BIO ist teurer“ ja, das mag in einigen Bereichen schon stimmen. Wir setzen hier ganz klar Prioritäten. Uns ist es wichtig, dass wir uns mit bio Lebensmitteln, die am besten so wenig wie möglich verarbeitet wurden, ernähren. Das wir uns den gelegentlichen Besuch beim Heilpraktiker oder beim Osteopathen leisten können. Erst danach kommen (in unseren Augen Luxusdinge) wie Kleidung. Ganz zum Schluss kommen sicherlich Sachen die man nicht braucht – hier sind wir wieder beim Thema Konsumverzicht. Darüber habe ich ja bereits berichtet. 

Mittlerweile kaufen wir so ein:

Lebensmittel: Ich erstelle einen Essenplan für 3-4 Tage, dazu direkt eine Einkaufsliste. Es wird (meistens) nur das gekauft was auf der Liste steht und genau das gekocht. So kommt man nicht in Versuchung Sachen zu kaufen die am Ende schlecht werden. Und man hat definitiv einen abwechslungsreichen Speiseplan (dazu werde ich in den nächsten Tagen noch einmal gesondert schreiben).

Zweimal die Woche kaufen wir also schon ein. Das kann ich mittlerweile sogar mit meiner neuen Arbeit im Bioladen verbinden, was natürlich sehr praktisch ist. Ich denke wir liegen in der Woche bei ca. 50-80€, je nachdem ob wir zweimal täglich warm essen oder Abends Brot mit Aufstrich und Salat essen.

Hygieneartikel: Da wir hier mittlerweile sehr sehr reduziert vorgehen, brauchen wir tatsächlich kaum etwas. Der Liebste möchte gerne ein Shampoo und ein Duschgel. Ich entscheide spontan ob ich auch ein Shampoo möchte oder die Haarseife benutze. Für das Gesicht gibt es Koksöl und was es im Bad bei uns sonst noch gibt, könnt ihr hier und hier nachlesen. Taschentücher und Toilettenpapier kaufen wir receyceltes, das weder kratzig ist noch dünn. Allerdings bin ich kurz davor auch Taschentücher aus Stoff zu verwenden. Feuchttücher für den Babypopo haben wir bereits abgeschafft.

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Haushaltsartikel: Vieles versuche ich selber zu machen. Waschmittel beispielsweise. Bei Kalk setzen wir auf Zitronensäure oder Essig. Damit lässt es sich ganz wunderbar putzen. Geschirrspültabs haben wir bereits seit langem durch Pulver ersetzt, was nicht nur unglaublich ergiebig ist, sondern auch echt Geld (und Nerven!) spart. Nachdem wir noch immer erst die Hälfte verbraucht haben, steht mein Versuch das Mittel selber zu machen noch aus. Ansonsten gibt es wenig bis keine Wegwerfartikel. Bodenputztücher/Staubtücher kenne ich tatsächlich nur aus Erzählungen. Mittlerweile gibt es bei uns auch keine Schwämme mehr zum abspülen in der Küche. Hier setzen wir auf ganz altertümliche Putzlappen. Zum Bodenwischen ebenso wie zum abspülen oder Fenster putzen. Ebenfalls praktisch sind Holzbürsten. Zum Gemüseputzen oder Spülen. Ich denke, es ist einfach Gewöhnungssache. Staubsaugerbeutel gibt es hier zum Glück auch nicht, wir haben einen Staubsauger der ohne funktioniert. Müllbeutel für den Restmüll und Backpapier sind zwei Punkte die ich gerne noch durch Alternativen ersetzt hätte. Sicher macht eine Packung Backpapier für zwei Euro nicht die Welt aus, aber steter Tropfen höhlt den Stein, oder?

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Baby/Kleinkind: Auch hier haben wir keine Wegwerfartikel. Stoffwindeln, Waschlappen, selbstgemachte Feuchttücher, waschbare Wickelunterlagen. Wir kaufen keine „Fruchtquetschies“, Babysäfte oder ähnliches.

Nach und nach haben wir also unseren Haushalt und auch unser Leben umgestellt. Wir sparen nicht nur Geld sondern auch Resourccen was uns beides am Herzen liegt.

Viele Kleinigkeiten bei denen man beides sparen kann. Und so ist es uns mittlerweile möglich unsere Prioritäten eben so zu setzen.Es gibt wenig alltäglichen „Luxus“ für uns, das heißt, einmal wöchentlich Essen gehen, Kino, große Autos oder ein teurer Urlaub sind nicht drin. Das brauchen wir aber auch nicht. Wir haben uns, unsere Holzhütte und sind damit vollkommen zufrieden.

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17 Kommentare zu “Wie können wir uns Bio leisten?

  1. Danke für diesen tollen Beitrag. Ich mag es sehr gerne, dass du einen Einblick in dein Leben gewährst – wer macht das schon so freigiebig? Vielen lieben Dank! Spannend finde ich, wie viel ihr ungefähr ausgebt. Falls andere Leser_innen etwas dazu schreiben wollen, fände ich das sehr erkenntnisreich. Mit meinem Freund und dem Sonnenkind (13 Monate) gehen wir seit 2 Monaten komplett Bio einkaufen, vorher nur Obst und Gemüse und ab und zu mal einen Käse oder Milch. Wir haben vorher ca. 120-150euro für alles (auch Waschmittel usw) ausgegeben und liegen jetzt bei ca. 170euro. Ich finde es total in Ordnung. Wir geben aber allgemein sehr wenig Geld aus (ein muss oder ein wollen), so dass das ca. 1/5 unserer Gesamtausgaben sind. Auch da fände ich es spannend, wie das bei anderen so ist. Für uns ist es der wichtigste Punkt geringe Ausgaben zu haben, damit wir wenig externer Erwerbsarbeit nachgehen müssen, um viel Zeit mit Dingen zu verbringen, die wir lieben und die nur wenig bis kein Geld als Tauschmittel bringen.

  2. Ein sehr schöner Artikel von dir.
    Besonders beschäftigt mich im Moment die Sache mit dem Backpapier. Eine Alternative zu dem Wegwerfprodukt wäre das Silikon Produkt und das im heißen Ofen…Nee da gegen streube ich mich.

  3. Danke für den schönen Beitrag :-)
    Kennst du das Buch „Arm aber bio“? Das hat mich sehr inspiriert hier (fast) alles auf Bio umzustellen ohne das es eben den Finanzrahmen sprengt.
    Viele liebe Grüße,
    Marlia

  4. Es ist so einfach!! Wenn man „bio“ lebt, dann denkt man intensiv drüber nach was man wirklich braucht und isst. Im konventionellen supermarkt schaut man auf angebote und kauft viel davon, nur weils im angebot ist.

    Vielen dank für deine tollen berichte!! Sie fördern bei mir wieder sehr stark das weiter umdenken

  5. Statt Backpapier: keines!
    Ich fette das Blech einfach ein (mit Butter oder dem Papier, das rund um die Butter gewickelt ist – oder mit einem Pinsel streiche ich etwas Öl auf). Funktioniert bei Blechen, Kuchenformen (Emailformen habe ich), Keramikformen… immer :-)
    Lg,
    maria

    P.S. Stofftaschentücher: wir haben (fast) nur solche in Verwendung. Papiertaschentücher habe ich nur für unterwegs (lange Autofahrten), wenn ich dann auch länger nichts waschen könnte.

  6. welch netter einblick in euren alltag. hatte mich nicht getraut zu fragen, wie genau eure ausgaben aussehen. vieles sieht bei uns sehr ähnlich aus. im bad verwenden wir shampoo für die haare, lavererde und haarseife habe ich ausprobiert, auch ganz darauf zu verzichten, aber irgendwie ist es doch die gewohnheit die mich immer wieder zu shampoo greifen lässt. vielleicht hat jemand einen tipp für shampoo im glas? für mich ist es aber okay, ich benutze eine sehr kleine menge und die haare werden alle drei tage gewaschen, somit reicht es sehr lange. für den körper benutze ich seife, ab und an ein öl nach der dusche. für mein gesicht nutze ich kokosöl oder nichts. bei den kindern habe ich bis jetzt noch kein shampoo für die haare verwendet und wir kommen damit gut klar (vier und ein jahr alt).
    statt backpapier verwende ich auch öl, funktioniert super.
    meine gesamten monatsausgaben liegen jedoch recht hoch wie ich finde, in der regel sind es ca 450 euro für zwei kinder und zwei erwachsene (der großteil wird hierbei wirklich für die nahrungsmittel ausgegeben, ich würde sagen, dass wir eher vielesser sind). ein erstes ziel ist es diese kosten auf 300 euro zu verringen. 170 euro wahnsinn. respekt. wir können noch stark ausbauen. ich finde jedoch, dass viele dinge doch schon teurer sind. auch wenn ich übrwiegend regional und auch noch bio kaufe. äpfel, mandarienen, nüsse, zwiebeln, frischer knoblauch, käse um nur einiges zu nennen… wichtig ist es uns auch, die lebensmittel so rein wie möglich zu kaufen und für uns dann weiter zu verarbeiten. auf deinen speiseplan bin ich daher sehr gespannt!
    lieb, ann-ka

  7. Sehr bewundernswert, das Thema Nachhaltigkeit so konsequent durchzuziehen!
    Ich finde es gerade finaziell sehr schwierig für uns umzusetzen.
    Andererseits nerven mich diese Massen von Abfällen, vor allem Verpackungen, enorm an. Womit wir allerdings beim nächsten Knackpunkt für mich wären: die Zeit. Nachhaltig zu leben ist für mich auch eine Zeitfrage. Eigenproduktion, waschen statt entsorgen etc kostet Zeit, wo ich momentan gerne mehr für hätte.
    Das würde mich wirklich interessieren, ob es für uns als fünfköpfige Famiie da praktikable Möglichkeiten gäbe

  8. Ein sehr interessantes Thema! Ich bin auch voll und ganz von Bio-Lebensmitteln überzeugt und kaufe auch ca. 60% entsprechend ein. Allerdings gibt es bei uns sechs Personen und sehr unterschiedliche Wünsche und Bedürfnisse. Da sind auch mal Chips und Cola im Einkaufswagen. Bei Obst und Gemüse ist mir aber die Bio-Qualität besonders wichtig und ich glaube, das schmecken auch die Kinder. Jedenfalls spannend zu lesen, wie ihr das so umsetzt.
    LG, Micha

  9. Ein schöner Beitrag, der mich wieder neu motiviert etwas sparsamer mit den Dingen umzugehen.
    Vom selbstgemachten Geschirrspülmittel würde ich aber abraten, bei uns hat es leider den Geschirrspüler geschrottet. Und dann wirds echt teuer. :-(
    Aber vielleicht lag es auch an dem extrem harten Wasser hier, da gehen keine Experimente.

  10. Für mich ist es sehr bewundernswert, wie konsequent ihr euer Leben umgestellt habt. Leider klappt das bei uns in vielen Bereichen noch nicht so gut, z.B. in Bezug auf die Autobenutzung und bei Kleidung. Ich versuche nur noch Bio nachzukaufen, aber was da ist, benutze ich auch noch, so lange es hält.
    Nur beim Essen, da mache ich nur noch wenige Bio-Kompromisse… wenn ich auch weiterhin Fleisch esse, dafür aber nur noch selten und nur, wenn ich die Haltung kenne. Und gerade weil die Lebensmittel teurer sind, plane ich besser und werfe deutlich weniger weg. Umerziehung klappt da durchaus.

    Herzlich, Katja

  11. Ach toll, bewundernswert! Wir versuchen hier auch soviel Bio wie möglich zu kaufen und sind seit Sommer in einer Bioladengenossenschaft. Der Laden macht keinen wirklichen Gewinn, sondern muss nur die Kosten decken und die Mitglieder machen Dienste: 1x pro Monat Ladendienst, Putzdienst, Käse abpacken … Es ist so toll, dort kann man sich seine Lebensmittel zum Teil aus großen Behältern in eigene Gefäße füllen und abwiegen, z.B. Reis, Leinsamen, Haferflocken. Und es ist so natürlich billiger als im normalen Bioladen, nicht alles, aber gerade die Abfüllsachen, Nussmus bliebt halt auch teuer, aber das ist ok. Eine Getreidemühle haben wir auch dort und es ist einfach lecker und macht Spaß. Ha, und man kann immer einkaufen, weil man einen Ladenschlüssel hat, das ist so toll!
    Manche Dinge lassen sich nicht in jedem Alltag realisieren (wir wohnen z.B. in der Stadt und haben kein Auto, erledigen alles per Rad), das weiß ich, aber ich finde es wichtig, soviel wie möglich zu tun! Seit ca. 2 Jahren sind wir auch komplett zu „grünen“ Banken gewechselt, es gibt soooo viele Bereiche und wenn sich jeder wenigstens um einen in seinem Leben Gedanken machen würde wäre schon viel getan.
    Liebste Grüße von Meike

  12. Oh, da seid Ihr mir einige Schritte voraus, muss ich zugeben! Aber das klingt super, wie Ihr das macht. Bei dm gibt es übrigens Spülschwämme aus Baumwolle. Hab ich hier inzwischen auch eingeführt!
    Ich fühle mich jetzt ertappt… hab schon ein paarmal „Fruchtquetschies“ gekauft, weil die so praktisch sind für unterwegs. Aber Du hast Recht… das ist teuer und umweltunfreundlich. :(

  13. Vielen Dank für die Einblicke! Stofftaschentücher habe ich auch eine ganze Zeit genutzt, ich kam damit gut klar. Mann und Sohn haben recht oft eine Schnupfennase, da hat es sich leider nicht bewährt, weil die Nase einfach schneller wund und die Tücher nach einem Schneuzer schon für die Wäsche waren. Momentan sind wir leider recht wenig „grün“ unterwegs, ich finde vieles bei zwei Kindern zeitlich so aufwändig, dass ich dann zu müde bin usw. Ich hoffe, ich diszipliniere mich da bald wieder mehr.
    Linnea

  14. Pingback: Nur noch Bio? | Holzhütteneinblicke

  15. Pingback: Ökologisch leben – die Anfänge | Holzhütteneinblicke

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