Einschlafritual

Rituale sind wichtig. Mir. Und ich glaube für ein Baby ebenso. Als ich heute das Herbstmädchen ins Bett gebracht habe, war ich so glücklich dass ich sie habe und mir wurde bewusst wie wichtig diese Art des Einschlafens  für uns ist.

Es gibt ja sehr viele verschiedene Meinungen dazu, wie ein Baby einzuschlafen hat. Tja. Das kann man erreichen weil man Glück hat und das Kind gerne und viel schläft oder vielleicht auch mit Fragwürdigen Methoden wie „Ferbern“ … „Jedes Kind kann s*chlafen lernen“ ….

Wir möchten das auf gar keinen Fall für unser Herbstmädchen. Da nehme ich schlaflose Nächte, spätes Zubettgehen etc. gerne in Kauf. Weiß aber, mein Baby hat das Gefühl ich bin IMMER für sie da. Sie kann sich sicher, wohl und geborgen fühlen. Mit jeder Faser meines Körpers versuche ich dem Herbstmädchen das zu vermitteln.

Erst vor einiger Zeit habe ich wieder den Tipp bekommen sie einfach schreien zu lassen, nach zwei Stunden schläft sie schon ein. Und nach drei Tagen, wirst du sehen, da ist das überhaupt kein Thema mehr. Aber was geht da in so einem kleinen Menschlein kaputt? Kommt für mich also nicht in Frage. Ich denke nicht einmal darüber nach.

Eigentlich wollte ich euch aber von UNSEREM Einschlafritual erzählen.

Wir versuchen relativ pünktlich gegen 18:00 Uhr zu essen, danach wird noch einmal mit dem Papa rumgetobt. Wenn wir merken, das Herbstmädchen wird müde (Augenreiben, gähnen, weinerlich werden) – so gegen 19:00 Uhr – dann mache ich mich auf ins Schlafzimmer um die Fenster noch einmal zu öffnen, Rollos zu schließen, Duftlampe anzumachen (Sandmännchen-Duftöl von Stadelmann – hilft den Tag zu verarbeiten und wird nur an sehr vollgepackten Tagen eingeschaltet, oder wenn ich merke sie braucht bestimmt länger um einzuschlafen weil sie sehr unruhig ist), die rote gedimmte Lampe anzuschalten.

Wir gehen zusammen mit dem Herbstmädchen ins Badezimmer. Entweder wir Baden (einer zusammen mit ihr in der großen Wanne) oder wir kommen gleich zum Hauptpunkt. Der Babymassage. Erst der Oberkörper, die Arme, die Beine, der Rücken… Meistens ist sie dann schon so müde, dass gar nicht alle Körperregionen möglich sind. Wir massieren mit einem wunderbaren Bio-Babyöl (das hier regional hergestellt wird) mit Lavendelduft (der beruhigend wirkt). Während Windel und Schlafanzug angezogen werden singen wir für das Herbstmädchen. Momentan hoch im Kurs „Schlaf Anne schlaf“ – wobei wir den Namen natürlich gegen Herbstmädchen austauschen ;)

Der Liebste trägt sie dann ganz eng angekuschelt ins Schlafzimmer, wo ich schon auf sie warte und sofort stille. Manchmal schläft sie direkt dabei ein, meine Hand streichelt ihr Gesicht, ich singe oder summe. Es gibt Tage, da braucht sie länger um in den Schlaf zu finden, da nehme ich sie fest in den Arm, Schaukel sie, trag sie umher, singe, streichle… Wenn ich merke, ich brauche eine kurze Pause, löst mich der Liebste für ein paar Minuten ab, damit ich kurz durchschnaufen kann. Ich übernehme wieder und meistens schläft sie direkt danach ein.

An „schlechten“ Einschlafabenden mache ich mir bewusst, dass sie so vieles zu verarbeiten hat, sie lernt so viele neue Sachen, die Zähne kommen… Da könnten wir sehr wahrscheinlich auch nicht gut einschlafen. Ich versuche ihr das Gefühl zu geben, dass es völlig in Ordnung ist, wenn sie um sich haut, weint oder zappelt. Irgendwann kommt der Punkt, da fällt alles ab und sie kann friedlich einschlafen.

Auch wenn es vielleicht der anstrengendere Weg ist. Ich bin mir sicher – für uns – ist es der absolut richtige!!!

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13 Kommentare zu “Einschlafritual

  1. Das ist ein wirklich schönes Zubettgehen! Wir hören hier auch auf keine Tipps zum „richtigen“ Einschlafen vom Zwerg. Er darf schlafen wenn er müde ist. Und wir finden, man merkt dem Zwerg an, dass es sein richtiger Weg ist.
    Liebe Grüße,
    Manuela

  2. Euer Zubettgeh-Ritual ist sehr schön. Ich wünschte, ich hätte auch so einen Mann an meiner Seite gehabt vor 6 Jahren. Ich habe es allein geschafft, meine Tochter schläft alleine ein und hat keinerlei Schlafprobleme mehr. Ich bin auch den Weg des „nicht schreien lassen“ gegangen. Auch wenn es deutlich anstrengender ist, finde ich es immer noch den besseren Weg.
    Alles Liebe
    Sabine

  3. Ihr habt ein ganz tolles Zubettgeh-Ritual.
    Ich habe auch immer auf meinen Bauch gehört und hab die Anderen reden lassen.
    Meine wurden beide Einschlafgestillt. Die Große nur die ersten paar Monate, danach ging sie immer mit Papa einschlafen, da sie ein richtiges Papakind ist.
    Der Kleine wurde über 1 Jahr einschlafgestillt und danach wurde aus stillen dann kuscheln, und das machen wir heute mit fast 2 Jahren immer noch so.
    Die Große ist mittlerweile fast 4 Jahre und schläft alleine ein. Vorher wird gelesen, gekuschelt und erzählt.
    Ich denke auch das man Kinder nicht schreien lassen muss und das irgendwann die Zeit kommt wo sie alleine einschlafen und auch durchschlafen.
    Und was sind schon 4, 5, 6 Jahre in der hoffentlich langen Zeit die wir mit unseren Kindern verbringen.

    Viele liebe Grüße,
    Katja

  4. Ach schön. In schwierigeren Nächten denke ich oft daran, wie kurz diese Zeit ist. In der sie Begleitung beim Einschlafen braucht. Nähe. Mama. Wenn sie sich breit macht in unserem Bett denke ich daran, wie kurz diese Lebensphase ist. Und wie ich mir in einigen Jahren ab und zu wünschen würde jemand würde sich breit machen. Dann genieße ich es richtig. So soll es sein. Jetzt, im Leben.
    Irre dass man das noch so oft hören muss. Schreien lassen. Bis sie brechen müssen. Als wären sie Monster. Oder jeden Tag ne Minute länger schreien. Eine Mama hat mir erzählt, sie musste die Musik laut aufdrehen, weil es so herzzerreißend war, das Geschrei.
    Unser Herz, das weiß was gut ist. Das Mamaherz, das ist weise, sowieso.

  5. ach ja,ich kanndich nur bestätigen.Wir haben auch keinen unserer 5 schreien gelassen und eigentlich auch immer geschaut,wann SIE müde genug waren.Ja,es ist oft anstrengend und deckt sich vielleicht auch nicht immer mit den Bedürfnissen der Erwachsenen.Aber die Erfahrung hat uns auch gelehrt, dass mit zunemendem Alter viele Dinge einfacher werden, wenn die Bedürfnisse im jungen Alter auch wirklich gestillt wurden sind.Und ich denke mir bei den sogenannten gutgemeinten Ratschlägen oft, dass mir fremde Leute doch nicht ernsthaft sagen können,was für MEIN Kind das beste ist. Das geht ja gar nicht, denn sie kennen das Kind doch gar nicht so, wie eine Mutter/ein Vater.
    Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass es durchwegs positiv ist, so weit wie möglich auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen. Und da haben Zwang und Machtdemonstrationen einfach keinen Platz.
    Du wirst sehen, das Ergebnis wird ein kleines (großes) ausgeglichenes, selbstständiges, in sich ruhendes herbstmädchen werden:-)
    Viel Spaß weiterhin beim begleiten ihres Weges :-9
    LG aus dem Burgenland Tatjana

    • Hallo Tatjana,

      erinnerst du dich noch an mich?

      Vieles ist in deinem und auch meinem Leben passiert…

      direkt at andre minus fritzsche.deutschland

      würde so gerne mal wieder wissen, wie’s dir geht…

  6. Wir haben hier noch kein Ritual, aber ansonsten mache ich es ganz ähnlich. :) Zumindest, was das „Schreienlassen“ angeht. Kommt mir nicht in die Tüte! ;)
    „Schlaf Anne“ und andere Schlaflieder in Moll mag meiner leider gar nicht. Dabei find ich die sooo schön… auch das „Schlaf ein“… was ich extra noch in der Schwangerschaft geübt habe… nee, nix. Da fängt er an zu weinen und wird eher wacher als müder. Fröhliche Lieder gehen immer. Aber Schlaflied singe ich so gut wie nie. Echt komisch. Hatte ich mir ganz anders vorgestellt.
    Das mit der Massage finde ich total schön! Macht Ihr das „frei Schnauze“? Oder habt Ihr ein Buch/Kurs?

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