Ein kleiner Rückblick…

Zeit und Raum sind irgendwie verschoben. Wir sind immer noch ganz eingehüllt in Babyduft und Babyrhythmus. Es ist schon etwas ganz besonderes für so ein kleines perfektes Wesen da zu sein. Da sein zu dürfen. Ich kann mein Glück noch immer nicht fassen. Das diese Schwangerschaft gut gegangen ist und das bezaubernste Herbstmädchen weit und breit nun bei uns ist. Was habe ich für Ängste ausgestanden. Im Januar, der positive Test. Die ersten Tage waren Horror. Nicht die Freude überwog, sondern die Angst das die Schwangerschaft nicht gut geht. Ich habe mir einen Schutzstein gekauft, den hielt ich immer in Händen wenn mich die Angst wieder überkam. Nach zwei Wochen fing die Übelkeit an, Mitte Januar… Und mein Chef machte Probleme. Somit ging ich den Krankenstand, was natürlich bedeutete dass ich noch mehr Zeit hatte nachzudenken. Ich musste aber irgendwie mit meiner Angst klar kommen und hab mir verschiedene Methoden überlegt. Der Stein, er half mir. Als nächstes hab ich mir einen Kalender zugelegt auf dem ich die Wochenschritte eingetragen habe und jeden Morgen einen Tag abhaken konnte. Jemand sagte mir mal, leb von Tag zu Tag… Jeder Tag den du schwanger bist, ist wieder ein Tag den du geschafft hast, der dich deinem Baby näher bringt. Das half mich komischerweise. Wie oft bin ich über den Kalender gefahren und habe mir vorgestellt wie es wohl in ein paar Wochen ist. Wie wird mein Bauch aussehen an meinem Geburtstag im April? Wie sehe ich hochschwanger aus? Wie fühlen sich Tritte vom Baby an… All diese Gedanken schwirrten in meinem Kopf. Tag für Tag. Stunde für Stunde. Jeden Abend habe ich Stoßgebete in den Himmel geschickt „Bitte lass dieses Baby gesund sein.. und gesund auf die Welt kommen“… Jeden Abend hab ich mit dem Baby in  meinem Bauch geredet, ihm gesagt wie sehr ich es liebe und wie unglaublich wir uns freuen es kennenzulernen.

Ich weiß noch wie heute als der für mich entscheidende Ultraschalltermin anstand… Ich habe gezittert, den ganzen Tag. Der Liebste war mit dabei und wir hörten, alles in Ordnung. Das Baby ist 2,32cm groß. Das war Mitte Februar. Zwei Wochen später war die Übelkeit leider noch immer nicht vorbei bzw. hat ihren Höhepunkt erreicht und ich musste für fünf Tage stationär ins Krankenhaus weil ich sogar Wasser brechen musste. Bei der Abschlussuntersuchung war unser kleines Würmchen schon stolze 5,90cm und sah aus wie ein Mensch. Nicht mehr wie eine Erdnuss. Danach wurde auch langsam die Übelkeit besser, die Lebensgeister kehrten zurück und der Bauch fing an zu wachsen. Die schönste Zeit der Schwangerschaft… Auf den ersten Tritt musste ich allerdings ein wenig warten. Meine Vorderwandplazenta war dabei nicht sehr hilfreich. Und schon kamen die nächsten Ängste auf. Mal spürte ich zwei Tage gar nichts, dann wieder wackelte der Bauch. Oft, ganz oft legte ich mich auf den Rücken ins Bett, ganz ruhig, die Hände auf dem Bauch und redete dem Baby zu, es soll einfach einmal stupsen, damit ich weiß das es ihm gut geht. Und in den meisten Fällen hat das geklappt. Tausend Dank liebes Baby!

Anfang Mai haben wir erfahren das unser kleines Wunder ein Mädchen ist. Was für eine Freude. War es doch mein größter Wunsch ein Mädchen zu bekommen…. Kurz darauf hatte ich den ersten Termin im Geburtshaus, schon da stand fest, ich möchte unser Mädchen dort zur Welt bringen. Es folgten ein paar sehr schöne Wochen bzw. Monate, Sommer, Faulenzen, Schwangerschaft genießen. Das ein oder andere Wehwehchen und die Hitze waren eher unschön, aber im Nachhinein betrachtet sind die Strapazen schon wieder völlig vergessen. Immer wieder jedoch die Angst, was, wenn doch noch etwas passiert. Zu oft habe ich von Horrorgeschichten gelesen. Die Angst das noch etwas schief geht, kurz vorm Ziel war richtig groß. Je näher der Geburtszeitpunkt gerückt ist. Das hatte allerdings ein Gutes, Angst vor der Geburt hatte ich keine.

Die letzten Wochen vor der Geburt waren geprägt von diesem bevorstehendem Ereignis, der dicke Bauch, Termine bei der Hebamme, Nachfragen von Bekannten und Verwandten. Es wurde Ernst… Und meine Angst noch immer da.

Als die Geburt losging war diese Angst allerdings völlig verflogen, ich habe mich einfach nur darauf konzentriert das ich bald mein kleines Mädchen im Arm halten werde. Ein kleines, gesundes Herbstmädchen. Und so kam es auch.

Hach, beinahe hab ich Tränen in den Augen wenn ich das hier so abtippe. Aber es befreit mich doch ein Stück. Die Angst ist weg, einer anderen Angst gewichen. Bin ich eine gute Mutter? ist das Mädchen gesund… ? Das sind die Gedanken die mich manchmal quälen. Aber ich vertraue einfach und versuche ganz ganz positiv zu denken. Und immer wenn ich unsere Tochter ansehe, weiß ich das alles gut ist. Und weiterhin gut sein wird!

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14 Kommentare zu “Ein kleiner Rückblick…

  1. Wie schön, deinen Rückblick zu lesen. Viele Gedanken kann ich sehr gut nachvollziehen. Ein Tag nach dem anderen…. das gilt ja auch fürs Mamasein! ;-)
    Alles Liebe an dich und deine ganze liebe Familie!
    Katharina

  2. Ich hatte das Gefühl mit meinem Mädchen kam auch die Sorge zur Welt. Mache ich es gut, ist alles in Ordnung, wird ihm je was passieren… Es wird besser. Man muss vertrauen. Und sich einfach freuen. Ohne Pause.
    Schön, Dein Rückblick! Danke für’s Teilen!
    Das Foto ist zum Schmelzen!

  3. :)

    Eigentlich hatte ich noch gehofft, das neue Sofa zu sehen – aber das Meedchen im Tuch ist auch super.
    Wir haben bislang nur die Wickelkreuztrage gebunden [schon für die „Große“], mal sehen, ob ich diese hier auch mal probiere.

  4. Hallo, ich hab deinen Blog neu entdeckt und finde ihn sehr schön geschrieben und sehr bewegend. Besonders schön, da ich ganz ähnliche Erfahrungen habe und die zeitgleich abgelaufen sind – also die 1. Schwangerschaft vor 1 Jahr und die anstehende Geburt in wenigen Tagen . ich bin sehr gespannt. Dir alles Liebe. Euer Blockhaus finde ich toll!

  5. Liebe ? (ich weiß gar nicht, wie du heißt),
    ich kann deine Angst gut verstehen. Auch bei mir ging es einmal schief. Ich freue mich, dass alles gut ausgegangen ist und die Geburt schön verlief.
    Die Ängste, die du jetzt hast, werden nicht mehr weichen. Das ist das Los von Eltern – Angst um ihre Kinder zu haben, ihr kostbares Gut. Aber manchmal ist sie kleiner, fast unsichtbar, manchmal etwas greifbarer. Man lernt, damit umzugehen =)
    Alles Liebe,
    Kathrin

  6. Ich denke deine Gedanken können viele Mütter nachvollziehen. Ich selbst war in der 1. Schwangerschaft sehr krank, hatte eine NotOP in der 26. SSW mit Lenchen im Bauch, aber sie kam ganz normal und gesund auf die Welt. 4 Jahre später war ich wieder schwanger, auch Janchen kam gesund und munter auf die Welt, aber diese Ängste die ich dabei hatte … Jetzt sind meine beiden 21 und 16 Jahre alt und es hört nicht auf da Jana große gesundheitliche Probleme hat und man als Mutter/Eltern einfach ertragen muss.
    Du schaffst das schon!
    Andrea

  7. Eine wirklich schön geschriebene Zusammenfassung. *schnief* Anscheinend gehört das mit den Ängsten und der permanenten Sorgen einfach zum Mamasein dazu. Konnte ich lange nicht verstehen, setzte aber sofort ein, als ich den positiven Test in den Händen hielt. Euch beiden alles Gute!

  8. Da gibt es einen Spruch:

    „Ein Kind zu haben, bedeutet, ab nun sein Herz außerhalb des eigenen Körpers zu tragen.“

    Und genau so ist das. Die Sorgen nehmen nie ab. Das ist die bittersüße Seite des Elternseins. Aber das ist das pure Leben! Und ich freue mich, dass Ihr Eure Tochter jetzt gesund in den Armen halten dürft.

  9. Ach du Liebe, du hast so wunderschön geschrieben….ich kann dir so nachempfinden, hatte ich doch auch die gleichen Gedanken und Ängste! Gerade zu Anfang und bis der 3. Monat geschafft war. Auch die Tage vor dem besonderen Nackenfaltenscreening um ein downsyndrom auszuschließen waren ängstigend….da gab es in mir einen mega KonflIkt, Fruchtwasseruntersuchung ja oder nein……ich hatte ja den Fachzettel vom Frauenarzt bekommen auf dem der Eingriff mit seinen Risiken erklärt wurde. Sollte ich das meinem Baby an tun und was wenn es dadurch abgehen könnte? Wollte ich über haupt wissen ob es downsyndrom haben könnte, …ich habe mich dagegen entschieden und mir gedacht komme was wolle egal wie ich werde es lieben!!!
    Auch jetzt mache ich mir Gedanken ob es Noah und meinen anderen beiden Kindern gut geht……mit dem kleinsten Zwerg bin ich irgendwie noch verbunden, ich schau ihn an und er mich und instinktiv spüre ich, ob etwas nicht in Ordnung ist…. Mutterinstinkt? Aber die Ängste bleiben immer sie werden nur anders, je älter die Kinder werden. Es gibt da doch den schönen Spruch….* Wenn sie noch klein sind, dann gib ihnen tiefe Wurzeln und wenn sie dann groß sind kräftige Flügel *…….meine Große wird flügge und da hat man gaaanz andere Ängste….jetzt kann ich meine Mutter gut verstehen, wenn sie nachts auf uns gewartet hat,wenn wir von einer Party nach Hause kamen;)
    Ach ich hab ja gerade gelesen, dass du auch ein April Kind bist….ich hab am 20.4. Geburtstag und du;)?

  10. P.s. du bist eine tolle, fürsorgliche Mutter und du wirst in diese neue Rolle der Mama wunderbar hineinwachsen ….mach dir da mal keine Gedanken…..und wenn, dann nur positive;)

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