Müll trennen und vermeiden – wie ist das in der Holzhütte

Seit wir hier – ganz ökologisch – in der Holzhütte leben (welche unseren ökologischen Fußabdruck übrigens drastisch reduziert) achten wir noch mehr auf Müllvermeidung als vorher. Da natürlich auch schon, allerdings waren wir in der Mietwohnung ohne Garten doch sehr eingeschränkt.

Aktuell sieht unsere Müllproblematik folgendermaßen aus:

Plastik: wird soweit es geht generell vermieden.

Spätestens seit Plastic Planet sowieso. Wir haben ganz extrem ausgemistet. Viel „Altplastik“ entsorgt (wohin, dazu später mehr) und kaufen kein neues Plastik mehr ein. Bei einigen Sachen lässt es sich leider nicht vermeiden. Lebensmittel – auch im Biomarkt – sind in Plastik verpackt, Hygieneartikel ebenfalls. Wobei es sich hier genau auf Shampoo für mich und Duschgel für den Liebsten reduziert hat. Alles andere vermeiden wir. Ich benutze fürs Gesicht ja sowieso nur Kokosöl, ebenso als Körpercreme. Deo kommt in der Glasflasche daher. Generell versuchen wir viele Lebensmittel im Glas zu kaufen oder eben lose.

Mittlerweile werden schon viele Produkte mit „abbaubarem Plastik“ verpackt. Das ist doch schonmal ein Anfang. Beim DM gibt es Wattepads oder Wattestäbchen mit dem WWF-Logo. 100% kompostierbare Folie, steht auf der Verpackung.

Unser gesamter Plastikmüll wird gesammelt und einmal im Monat auf den Recyclinghof gefahren. Eine tolle Einrichtung wie ich finde. Dort landen ebenso Dosen und Altglas. Ich bin sehr froh über diese Einrichtung und achte penibel darauf dass auch wirklich der gesamte Plastikmüll von uns dort landet. Da kram ich schonmal im Restmüllbehälter wenn der Liebste nicht aufgepasst hat.

Altpapier: ja, leider haben wir davon komischerweise sehr viel. Dabei haben wir weder eine Tageszeitung abboniert, noch bekommen wir übermäßig Werbung. Dennoch füllt sich die große blaue Tonne einmal im Monat. Die blaue Tonne ist erstens sehr praktisch für uns, zweitens kostenlos und drittens auch noch sinnvoll. Ich bin froh über das Angebot.

Biomüll: Bananenschalen, Apfelreste, Teebeutel.. Das alles landet – noch – in unserer Biotonne. Und erstaunlicherweise ist die alle zwei Wochen gut voll. Schon sehr erstaunlich, wenn man bedenkt in unserer Mietwohnung ist das alles in der Restmülltonne gelandet. Ich träume noch immer vom eigenen Kompost, mal sehen wann der Traum umgesetzt wird. Da muss erstmal der Liebste mitspielen und noch ist er davon nicht begeistert. Ich sehe jedoch die Vorteile und versuche einfach weiter ihn zu überzeugen. (Genauso von einer Streuobstwiese mit Schafen drunter… Aber das ist eine andere Geschichte).

Restmüll: der hat sich seit unserem Einzug deutlich reduziert. Erst gestern haben wir eine neue, kleinere Tonne bekommen, da die alte nie voll war. Ein kleiner Erfolg. Im Restmüll landet dann – wie der Name schon sagt – der Rest. Wir sind aber schon sehr bemüht, diesen Restmüll noch weiter zu verringern. Der Müll landet bei uns aber nicht direkt im Eimer oder in der Tonne, sondern kommt vorher noch in einen Plastiksack. Die Restbestände werden noch aufgebraucht und dann kommt der Müll nur noch eine abbaubare Tüte.

Leider produziert die Menschheit viel zu viel Müll, wenn ich darüber nachdenke, bekomme ich Albträume. Ich kann für mein gutes Gefühl versuchen es besser zu machen. Jede Tüte zählt.

In diesem Sinne, happy Mülltrennung!

Advertisements

19 Kommentare zu “Müll trennen und vermeiden – wie ist das in der Holzhütte

    • oja, das hab ich damals eh auch mitverfolgt. ich weiß nicht, im haus möchte ich die nicht haben die würmertiere. da hab ich wohl ne leichte phobie. aber ich danke dir trotzdem…
      ach, ein richtiger kompost, das wär schon schön..

  1. Oh ja…diese quälenden Gedankengänge kenne ich. Wir versuchen auch in jedem Lebensbereich bewusst und nachhaltig zusein..bzw auf alternative Anbieter zu wechseln und so, aber trotz allem bleibt immernoch ein Riesenhaufen Müll übrig! Zu Weihanchten fiel es mir wieder extrem auf…leider kann man anderen Leuten seine Meinung nicht aufzwingen, ist ja auch ok, aber wenn andere schon die Augen verleiern nur wenn ich mal einen kleinen Hinweis zur Verbesserung gebe, werde ich mittlerweile auch wütend…innerlich…wie kann man sich so dagegen sperren, mit kleinen Schritten für eine „bessere“ Welt zu kämpfen?!

    • Du sprichst mir aus der Seele! Warum kann nicht jeder einfach ein bisschen gucken, das wäre schon so ein großer Erfolg. Weihnachten war bei uns auch rießen Müllbergproduzion. Mein Opa hat das ganze Geschenkpapier als Brennhilfe mitgenommen. Naja…. Er wollte auch das Plastik mitnehmen, weil das brennt ja auch… OPPPPAAA?!!!

  2. Diese Gedanken kenne ich gut von mir selbst. Ich bin neugierig, was Ihr mit dem ganzen Plastik gemacht habt. Denn irgendwie behalte ich viele Plastikgegenstände trotzdem und verwende sie weiter, um eben nicht noch mehr Müll zu produzieren. Neue Sachen werden allerdings aus Metall oder Holz o.ä. angeschafft. Bei uns kommt viel Müll eben durch Geschenke rein. Da kann ich noch so drauf achten, was wir kaufen, seit wir Kinder haben, bekommen wir ununterbrochen „Kleinigkeiten“ geschenkt. Oft eben nicht so teure – um nicht undankbarerweise zu sagen… wertlose – Dinge, die weder lang bespielt werden noch robust sind. Und damit eben Müll. Solche Geschenke machen mich unglücklich. So schade drum! Ich für meinen Teil freu mich schon allein wegen der Möglichkeit, einen eigenen Kompostplatz zu haben, sehr auf unser Haus mit Garten. Da kann man sich schon ganz schön den Kopf zerbrechen bei diesem Thema. Aber wie du so schön sagst: jedes bisschen zählt.
    Alles Liebe, Katharina

  3. Heeee! Bei DEM Riesen-Garten braucht Ihr DRINGEND einen Kompost. Was würde ich um einen richtigen großen Kompost geben. Ich hab leider nur eine winzige Ecke dafür in meinem Stadt-Garten. *heul*
    Aber das ist sooo nützlich und vor allem so wertvoll! Bessere Erde gibt es nicht!!
    Was hat denn Dein Liebster dagegen??

  4. ja, was hat dein liebster gegen einen kompost? ich kann mir keinen grund dagegen denken… aber viiiele dafür! du möchtest doch gemüse anbauen – kompost ist der beste aller bodenverbesserer! von der müllvermeidung gar nicht zu reden.
    ich habe seit drei jahren einen garten… und inzwischen vier komposthaufen (habe aber auch hühner und zwergziegen… kleinvieh macht auch mist! ;o)) die ich mit hingabe „füttere“.

  5. Was wäre denn das Problem am Kompost?
    Das ist DIE Sensation für mich, wenn man einen eigenen Garten, Blumen & Co. hat – seit wir Kompost haben, haben wir keinen einzigen Sack Blumenerde o.ä. mehr gekauft. Wenn man gut darauf achtet, was man kompostiert und ihn gut durchmischt (mit Laub, Holzspäne usw.) geht das auch sehr schnell. Also ich würd sagen (wie meine Schwiegermutter es mir schon sagte, als wir noch nicht verheiratet waren *hehe*): Der Mann ist der Kopf, aber die Frau ist der Hals, der ihn dreht ;-)
    Bei uns gibt es Unmengen an Plastikmüll. Ich werde noch wahnsinnig, alles ist eingeschweißt, doppelt verpackt usw. – ich muss aber zugeben, dass ich total begeistert bin von Kunststoffdosen (die Ikea-Tupperware…): wir haben so viel im Garten zum Einfrieren und ich verwende Dosen, die schon etliche Jahre alt sind und immer noch tiptop, alles hält superfrisch und luftdicht… ach ja. Aber ich hab auch „Plastic Planet“ nicht gesehen, vielleicht ist Ahnungslosigkeit auch mit „schuld“?
    Mir geht es ein bisschen wie Katharina mit den „Billig-Mitbringseln“ – ich krieg noch einen Anfall. Aber das ist auch ein gutes Training um gelassen zu bleiben – und was ist eine Kindheit ohne Glitzerfunkelringe und Glitzerkulis, die nach drei Mal schreiben schon fertig sind… :-)
    Ich musste übrigens lachen wegen deinem Opa mit dem Plastikmüll. Mein Vater ist der gleiche- der würde sogar Wegwerfwindeln verbrennen …
    Alles Liebe. maria

    • hehehe! Über deinen Kopf- und Halsvergleich hab ich grad sehr gelacht! So kenn ich dich gar nicht, Maria! :-))) Und mit dem Einfrieren von eigenem Obst und Gemüse geht es mir wie dir. Ich habe Glasbehälter (große Marmeladegläser) versucht, aber die sind leer so schwer unterzubringen und es geht einfach nicht viel rein. Also bleibe ich momentan auch noch bei Plastikdosen oder sogar Säcken! Die eigene Ernte ist mir jedenfalls heilig….

  6. Bezüglich Kompost, der Liebste hat wohl Angst, das an ihm die „Arbeit“ hängen bleibt. Kompost umschichten etc. Ich habs halt leider nicht so mit Würmern und ähnlichem Getier. Die Idee find ich spitze, aber ein bisschen ekelt mir ja schon davor. Grr.. Wie gesagt, Würmerphobie, naja und auch Madenphobie. Da gab es einmal nen Zwischenfall mit nem vergessen Sandwich, 30 Grad und einer dicken Fleischfliege. Seitdem bin ich da etwas empfindlich. Aber das ganze ist ja noch nicht ausgesprochen, wir haben ja erst einen Sommer mit Garten hinter uns. Kommt Zeit, kommt Rat (und auch Kompost)
    @maria: wenn du magst leih ich dir dem Film zum angucken. Unwissenheit spielt vielleicht schon ne Rolle. Der Film ist echt erschreckend. Sehr informativ, aber erschreckend.

    • wir leihen ihn uns aus – danke für das angebot!
      ich frag mich grad, ob die macher des films dann den film in karton oder sowas packen statt plastik. die dvd-hüllen sind ja auch aus plastik (glaube ich) *smile*
      Ich hab mich ziemlich mit dem Thema auseinandergesetzt bzgl. Schnuller, Fläschchen und anderen so kleinerem Plastikkram (Badeentchen und sowas), das einem mit Kindern ja irgendwie automatisch ins Haus kommt. Ich glaube, dass gerade in HInsicht auf BPA doch einiges geschieht bzw. hoffe ich, dass das, was auf den Schildchen steht bei den Produkten stimmt…
      Wie machst du das mit dem Einfrieren? Mit Glas war ich nicht sehr erfolgreich – und eine andere Alternative fällt mir grad nicht ein (für Gemüse zum Beispiel oder aufgeriebene Äpfel). Alles Liebe. Und danke für deine Gedankenanstöße immer wieder!

      • ich sag doch, ich brauch hühner ;)
        also die verpackung des films ist ohne plastik, da liegt sogar ein infozettel bei, den ich aber grad nicht finden kann. einfrieren hält sich bei uns (noch) in grenzen, mangels großen gefrierfach. bisher frieren wir tatsächlich schon in plastikschüsseln ein. ein paar davon gibts noch in der holzhütte und werden vorerst auch mal bleiben. alles kann man halt nicht auf einmal ersetzen, das geht nämlich ganz schön ins geld.. leider.
        ich freu mich über die vielen, sehr interessanten kommentare und erfahrungsberichte hier seeeehr!!!

  7. Aaaaalso. Wir haben auch zwei Komposthaufen. Wir schichten da auch nix um.
    Einer liegt lose als Haufen, de zweite in ner großen Holzkiste. Da haben wir das unterste Brett abgemacht und holen uns dort die Erde, wie wir sie brauchen. Die Würmer kriechen eh nie im Licht, also kannst du da auch mit ner kleinen Schaufel Erde wegholen, dann bekommst du keinen Wurm zu Gesicht. Wir machen uns aber oft einen Spass draus
    Wir haben keinen Mülleimer in der Küche stehen. Ein Körbchen für den Plastikmüll, eine Schüssel für den Kompost auf der Arbeitsplatte (wird jeden Abend rausgebracht), einen Papierkorb im Flur und eine Kiste für die Gläser. Restmülleimer haben wir eigentlich nur im Bad stehen.
    Gläser hab ich echt lange gesammelt, damit ich Vorräte drin einwecken kann. Jetzt bringen wir sie in den Container.
    Was beim einfrieren ganz gut geht, ist die Sachen erst flächig zu frieren und dann in PapierTüten umzufüllen. Wir haben auch einige Edelstahlschüsseln, die wir zum Einfrieren nehmen. Und eben etliche olle Plastedosen von der Schwiegermama.
    Plastikmüll vermeiden ist echt schwer. Vor allem, wenn man diese monströsen Discountergroßeinkäufe macht. Und selbst im Bioladen ist einiges in Plaste eingeschweißt.
    Und: Beim Bauen fällt ja auch unglaublicher Müll an. Bisher weigern wir uns so einen Sammelcontainer zu bestellen, wo man alles sinnfrei zusammenreinschmeißt.
    Hier bei uns wird der Müll verbrannt von der Entsorgungsgesellschaft. Und trotz dessen, dass wir den Restmüll nie vollbekommen, mussten wir eine größere Tonne nehmen, weil hier auf alle Personen im Hauhalt abgerechnet wird.
    Oh mann, so ein großes Thema.
    Wir haben auf jeden Fall unterdurchschnittlich wenig Müll, wir legen am Abholtag drei Säckchen Plastemüll raus und die Nachbarin (alleine) auch.
    Letztens hab ich im TV einen Bericht gesehen, in dem rumgerechnet wurde, dass ein Baumwollbeutel, wenn man ihn neu an der Kasse kauft statt Plastbeutel, in der ökologischen Rechnung eigentlich schlimmer sei. Also muss mann wirklich immer eigene Beutelchen mitnehmen.
    Und, nicht direkt zum Thema Müllvermeidung, aber es schockiiert mich seit ich es weiß unglaublich nachhaltig: Obst und Gemüse, dass aus Israel kommt wird mit fossilem Wasser gegossen, das zerstört nicht nur die Landschaft sondern nimmt der Bevölkerung dort die eigene Lebensgrundlage. In Spanien ähnlich, dort sind große Teile nur noch Wüste und keiner weiß es.

    • Oh, das mit dem Obst ist ja heftig. Kannst du mir ja mal mehr dazu schreiben wenn du magst.
      Gut, ihr schichtet also auch nix um. Na, vielleicht kann ich ihn ja doch noch überzeugen. Es eilt ja nix. Haben ja noch länger vor in der Holzhütte zu bleiben ;)
      Gläser sammle ich auch, hab schon nen ziemlich Vorrat angesammelt, was sich vor 2 monaten als sehr praktisch erwiesen hat. Wir hatten bis dahin nämlich viele Lebensmittel (Mehl, Sonnenblumenkerne, Hirse etc) in Plastikbehältern vom Schweden. Leider nicht nur die Lebensmittel, auch ganz eklige Motten oder was weiß ich. Haben sofort alles umgefüllt in Schraubgläser in der Hoffnung da kommt nix durch. Ich finds jetzt auch viel praktischer und bisher waren keine neuen Viecher mehr im Essen.
      Wirklich ein sehr vielfältiges Thema, über das ich Stunden schreiben oder reden könnte.

  8. Pingback: Bewusst Leben… ein paar Links zum nachlesen. | blauerhibiskus

  9. Pingback: Mülltrennung | Holzhütteneinblicke

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s