Trauerarbeit

Lange Zeit habe ich überlegt, wieviel von meiner Geschichte ich hier preisgeben möchte. Aber es ist kein Geheimnis, viele Menschen in unserem Freundes und Bekanntenkreis wissen was uns passiert ist. Und oft musste ich feststellen, dass ich nicht alleine bin mit meiner Erfahrung. Es gibt so viele Frauen die ein ähnliches Schicksal erleben mussten. Und niemand weiß etwas darüber. In unserer Gesellschaft spricht man „darüber“ nicht. Ich finde das schade, denn diese Kinder die wir verloren haben, haben gelebt. In uns! Hatten einen Herzschlag…. und haben es leider trotzdem nicht geschafft.

Wir haben – wie es aussieht – eine Diagnose, WARUM es bei uns passiert ist. Wir wissen es kann wieder passieren, muss aber nicht. Für uns heißt das jetzt, den Gedanken an das KANN wegschieben und versuchen mit viel Optimismus nach vorne zu blicken. Auch wenn das nicht immer leicht ist. Es gelingt mal besser und dann wieder gar nicht. Die Angst die ich bereits jetzt vor einer Folgeschwangerschaft habe ist da, sie wird nicht vergehen, niemand kann sie mir nehmen.

Gestern hatte ich Besuch von meiner Hebamme. Sie betreut einen nicht nur während der Schwangerschaft und wenn das Baby auf der Welt ist. Sie ist auch eine Stütze nach einem Verlust, wie beispielsweise einer Fehlgeburt. Und ich bin froh darüber, dass sie mir angeboten hat, vorbeizukommen. Wir haben über alles gesprochen, ein paar Tipps habe ich bekommen und vor allem – und das ist das wichtigste – ein gutes Gefühl. Sie hat mir von anderen Frauen erzählt und mir mit ihren Geschichten Mut gemacht. Und diesen Mut kann ich dringend gebrauchen. Ich fühle mich wohl bei ihr und weiß, in meiner nächsten Schwangerschaft möchte ich wieder von ihr betreut werden. Obwohl auch meine Frauenärztin wirklich ein Goldstück ist, hilft es mir wohl sehr von zwei Seiten betreut zu werden.

Sie hat mir zudem ein Buch mitgebracht „Gute Hoffnung – jähes Ende“ von Hannah Lothrop. Die ersten Seiten habe ich gestern bereits gelesen. Es gibt sicherlich noch mehr Literatur die hilfreich ist um das Geschehene zu verarbeiten und sich auf das was kommt vorzubereiten… Meine kleine Auswahl….

Unsere Geschichte ist nun ein Teil von uns. Wir werden immer wieder darauf zurückblicken. Vielleicht traurig und mit Wehmut. Vielleicht auch mit dem Gedanken dass alles im Leben einen Sinn hat und es irgendwer schon richtig gelenkt hat. Aber bis wir an diesen Punkt kommen, dauert es sicher noch einige Zeit.

Ich möchte ab und an auf meinem Blog davon berichten – denn unser Leben ist nunmal jetzt kein Ponyhof mehr. Ein Stück fehlt. Und ich glaube, manchmal muss es raus!

Habt euch lieb!

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8 Kommentare zu “Trauerarbeit

  1. Liebe Subs, mach, wie es sich für Dich richtig anfühlt, wie Du es gerade brauchst. Du hast Recht, es ist von nun an ein Teil Deiner/ Eurer Geschichte, und mir half es sehr, es auch zu erzählen. Ich habe es so für mich gut integrieren können. Großartig dass Du an eine so gute Hebamme geraten bist… Zu Deiner kleinen Ratgeberauswahl: bis auf das mittlere habe ich genau diese Bücher auch und habe sie verschlungen. Während der Zeit kurz nach dem Verlust unseres zweiten Kindes habe ich besonders „Gute Hoffnung- jähes Ende“ richtig aufgesogen, und gemerkt dass wir ganz viele Anregungen darin schon vorm Lesen instinkitiv umgesetzt hatten. Ich denke ich werde es mit ein wenig Abstrand nochmal durchblättern. Kannst Du das mittlere Buch empfehlen?
    Ich wünsche Dir eine gute, kraftvolle Woche!
    Lena

    • danke du liebe! ich bin gerade in der mitte ungefähr bei dem buch. aber ich finde es schön. man kann gut damit arbeiten. und das versuche ich jetzt! ich finde es aber wirklich toll, kann es nur empfehlen.
      danke auch an C. die mir den Tipp gab, mal nach Birgit Zart zu gucken… !!! :)

  2. Gerade weil der Verlust ungeborener Kinder so ein Tabuthema ist, finde ich es wunderbar, dass du deine Gedanken hier teilst. Vielleicht sind deine Zeilen ein Lichtblick für eine andere trauernde Mama, genau wie die schönen Bücher es für dich sein können und hoffentlich werden. Hannah Lohtrops Stillbuch mag ich unheimlich gerne, ihre Art zu schreiben spricht mich sehr an.
    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Vertrauen und viele Menschen um dich, die dir gut tun.
    Alles Liebe, Katharina

  3. Ich glaube, es kommt ganz viel darauf an, dass du einfach mit dem Thema so umgehst, wie es sich für dich richtig und gut anfühlt.
    Das mittlere Buch habe ich auch gelesen – ich kann es nur sehr empfehlen!

    Alles Liebe nima

  4. Liebe Subs, ich finde es toll, dass du so eine wertvolle Unterstützung von der Hebamme bekommst und auch ein Goldstück von Frauenärztin (ich bin leider noch auf der Suche nach solch einer…) hast!
    Ich drück dich!

  5. Liebe Subs,
    ich bin vor ein paar Monaten mal über einen schönen Blog gestolpert, als ich etwas über Meditation mit Kindern suchte. Angie Yingst schreibt ihn: http://stilllifewithcircles.blogspot.de Sie hat ihre Tochter in der 38. Schwangerschaftswoche verloren und hat dadurch angefangen, den Blog zu schreiben.Sozusagen als Trauerarbeit. Ist allerdings alles in Englisch. Aber vielleicht magst Du dort ja trotzdem lesen….

    Viele Grüße
    M.

  6. Habe deinen Blog mit den wundervollen Fotos grade gefunden und musste ein Träne verdrücken, als ich las, dass du dein Baby verloren hast. Ich weiß auch wie schrecklich das ist und möchte dir weiterhin viel Erfolg bei der Trauerarbeit wünschen (ich weiß, das klingt irgendwie zu förmlich…). Man vergisst es nie, es bleibt immer ein Teil von dir und eurer Geschichte, aber es macht hinter vielen neuen und schönen Erfahrungen auch mit der Zeit einen Schritt zu rück und fühlt sich weniger beherrschend an. Lasst euch nicht entmutigen, nehmt euch Zeit um es zu verarbeiten und ihr werdet bestimmt in der Zukunft auch einen neuen Erdenbürger begrüßen dürfen! *mutmach*
    Ganz liebe Grüße
    Ute

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